
Was lässt sich mit unseren Filamenten alles anstellen?
Diese Frage beantwortet einer unserer Kunden auf eindrückliche Weise: Barbara und Roman vom «Dracolorium» in Bad Zurzach bauen damit lebensgrosse Drachen und fantastische Wesen – Figuren, die ihren Besucherinnen und Besuchern auf Augenhöhe begegnen. Vom ersten Skizzieren über die 3D-Modellierung bis zum fertigen Wesen aus hunderten Einzelteilen: Im folgenden Gastbeitrag nehmen euch die beiden mit hinter die Kulissen und zeigen, wie aus einer Idee – und ein paar Rollen Filament – ein Drache entsteht. Wir freuen uns sehr, ihre Geschichte hier mit euch zu teilen.
Wir, Barbara und Roman betreiben seit 2014 ein Kunstatelier. Einst bekannt als «Atelier Oechsli», seit 2024 neu gestartet als das «Dracolorium», eine Ausstellung, eine Ausstellung für lebensgrosse Drachen und fantastische Wesen in Bad Zurzach. Die Tiere in unserem «Dracolorium» gestaltet und modelliert Barbara selbst und baut sie dann mit Hilfe von Roman, sodass sie unseren Besucherinnen und Besuchern auf Augenhöhe begegnen.
Anfänglich haben wir diese grossen Figuren mit einem Skelet aus Röhren, Drahtgitter, viel Stoffgewebe, tausende von Hand ausgeschnittener Schuppen gebaut. Inzwischen hilft uns hier auch der 3D Druck. In diesem Blog zeigen wir Euch, wie das heute funktioniert.
Grundsätzlich blieb das Gestalten eines Drachens genau gleich. Wir brainstormen gemeinsam, Barbara skizziert und Roman plant die statischen und mechanischen Anforderungen mit ein. Dann wird das Modell in zBrush aus einer Kugel geformt. Das ist sozusagen ein Photoshop in 3D, mit verschiedenen «Pinseln» und auch das Konzept der «Ebene» kennt zBrush. So ist der Sprung gar nicht so gross, von zwei Dimensionen zu drei. Ist die Kreatur bis zur letzten Schuppe modelliert und platziert wirft Barbara die STL an Roman rüber.

Er repariert die letzten Details, gibt gegebenenfalls die Datei wieder zurück wenn Bemessungen angepasst werden oder spätere Transportteilungen beachtet werden müssen. Wir definieren, wie gross die Figur werden soll und danach, in wie viele Einzelteile wir sie zerlegen wollen, rechnen auch Kabelführungen mit ein oder leuchtende Stellen.
Alle unsere Figuren feiern «Premiere» an einer Convention, deswegen achten wir darauf, dass sie «handlich» bleiben. Ein dreieinhalb Meter langes Kingbeast passt nicht so leicht in einen kleinen Transporter. Sobald die einzelnen Elemente definiert sind, zerlegen wir sie am Rechner in einzelne Stücke. In unserem Beispiel sind es rund 300 Einzelteile für den gesamten Drachen.

Wir werden immer gefragt, wie gross unser Drucker ist. Unser grösster ist dabei gar nicht so gigantisch. Ein Raise 3D Pro2 mit 30x30x30 cm Bauraum ist der grösste Drucker, den wir je genutzt haben. Doch inzwischen arbeiten wir mit Prusa MK4S und MK3.9S; wir haben unsere ersten Prusas entsprechend hochgerüstet. Der Bauraum dieser Maschinen reicht für uns völlig aus. Denn der Sweetspot liegt bei komplexeren Objekten in etwa bei dieser Grösse.
Wenn man die Teile noch grösser anlegt, verbrauchen wir nur unnötig Material für Stützstrukturen, legen wir sie kleiner an, generieren wir nur mehr Teile, sparen aber nichts mehr. Wenn die Teile zusammengeklebt sind, beginnt aber die grösste Arbeit. Das Bemalen erfordert zunächst eine Glättung der Kanten bzw Lücken, wenn das Filament gewarped hat, und dann eine Grundierung um die Oberfläche zu schliessen und glätten. Die Farben selber werden dann in mehreren Schichten per Pinsel aufgetragen und erfordern immer neue Durchgänge. Die Zeit, die uns die 3D Drucker sparen, investieren wir so in das Finish der Objekte.
Wenn ihr den Drachen dann besuchen wollt, könnt ihr uns im «Dracolorium» besuchen oder an einer der Messen. Wir freuen uns!

Und falls euch dieser Einblick selbst Lust aufs Drucken gemacht hat: Barbara und Roman setzen auf unser PLA Basic – damit erwecken sie ihre Drachen zum Leben. Ihr findet es in zahlreichen Farben bei uns im Shop. Wir sind gespannt, was ihr daraus erschafft!